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Die neuesten und aktuellsten Gartentipps
Gartentipp vom Oktober 2009
Massenweise Blattläuse
Die Wonnen des Mai haben ihre Schattenseiten. Mit den warmen Tagen vermehren sich auch die Blattläuse oft erschreckend schnell. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie erklären, was hinter dem Blattlausphänomen steckt.
So schädigen die Blattläuse
Blattläuse ernähren sich von Pflanzensaft. Sie saugen ihn mit Hilfe von Stechborsten vor allem aus den zuckerhaltigen Leitungsbahnen von Blättern und zarten Trieben. Sie greifen dort an, wo das Grün am jüngsten und saftigsten ist. Die Folge: Triebspitzen verkrüppeln, Knospen fallen ab, die Pflanzen schränken ihr Wachstum ein.
Rußtaupilze und Viren sind Folgeschäden
Um für den Eigenbedarf ausreichend Eiweiß zu erhalten, müssen die Läuse sehr viel mehr Zucker als nötig aufnehmen. Den unverdauten Zucker scheiden sie in Form eines klebrigen Saftes aus, der als Honigtau" bezeichnet wird. Ein Festessen für Ameisen, die reihenweise zu den Blattlauskolonien befallener Pflanzen wandern und die Sauger regelrecht melken. Die Zuckerglasur auf den Blättern ist Grundlage für einen weiteren Folgeschaden: Hier siedeln sich oft schwarze, lichtundurchlässige Rußtaupilze an und beeinträchtigen die Assimilationsleistung. Blattläuse können bei ihrer Saugtätigkeit sogar Viren von einer Pflanze zur anderen übertragen. Pflanzenviren schaden Menschen nicht. Eine Virusinfektion bei Pflanzen äußert sich durch verkrüppelte Blätter, Kümmerwuchs und Blattverfärbungen. Da eine Bekämpfung der Viruserkrankung nicht möglich ist, müssen die Pflanzen beseitigt werden. Entsorgen Sie verdächtige Pflanzen aber auf keinen Fall auf den Kompost.
Wie kommt es zu den Blattlausmassen
Betrachtet man die Lebensweise der Blattläuse, so haben sie durchaus auch faszinierende Seiten. Ihre rasante Vermehrung hängt damit zusammen, dass im Frühjahr aus überwinterten Eiern weibliche Tiere schlüpfen, die ohne Befruchtung zahllose lebende Nachkommen gebären. An warmen geschützten Standorten entwickeln sich die Blattläuse besonders schnell. Erst wenn sich im Laufe des Sommers die Lebensbedingungen der Läuse verschlechtern, zum Beispiel bei Überbevölkerung, entwickeln sich neben den ungeflügelten Läusen auch geflügelte Exemplare. Diese fliegen neue Wirtspflanzen an, um dort wiederum ungeflügelte Junge zu produzieren.
So stellen sich Blattläuse auf den Winter ein
Im Herbst ziehen die Blattläuse von krautigen Sommerwirtspflanzen zu holzigen Winterwirten. Dann stellen sie die Massenvermehrung ein und wechseln zur geschlechtlichen Vermehrung. Während sich auf den Winterwirten befruchtungsfähige Weibchen entwickeln, bilden sich noch auf den Sommerwirten geflügelte Männchen. Sie fliegen dann paarungswillig zu den Weibchen. Die Weibchen legen daraufhin überwinterungsfähige Eier auf Gehölze. Von dort aus beginnt im nächsten Frühjahr der Kreislauf neu.
Feinde der Blattläuse werden jetzt aktiv
An warmen Frühlingstagen vermehren sich die Blattläuse besonders rasant. Starker Befall kann Pflanzen derart schädigen, dass eine Bekämpfung unumgänglich erscheint. Doch vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sollte die Lage genau geprüft werden. Oft haben sich an den Gartenpflanzen die natürlichen Feinde der Blattläuse bereits eingefunden. Die Larven von Florfliegen, Schwebfliegen, räuberischen Gallmücken oder Marienkäfern bereiten den lästigen Saugern binnen kurzer Zeit den Garaus. Haben Sie etwas Geduld und akzeptieren Sie einen ersten Befall von Blattläusen, denn Nützlinge vermehren sich nur dann in großer Zahl, wenn ein ausreichendes Nahrungsangebot vorhanden ist. Falls Sie aber trotzdem etwas gegen die Blattlausplage tun möchten, empfehlen die Gartenexperten, die Kolonien durch Abspritzen mit einem scharfen Wasserstrahl, zerdrücken, wegwischen oder wegschneiden zu reduzieren. Marienkäfer sind die bekanntesten Blattlausvertilger.
Der Käfer und seine Larven fressen je nach Art Pflanzenläuse, Spinnmilben und Schildläuse. Die letzten Jahre machte der Asiatische Marienkäfer Schlagzeilen, weil er im Herbst in großen Ansammlungen nach Überwinterungsmöglichkeiten sucht. Aufgrund seiner außerordentlichen Gefräßigkeit dezimiert er die Blattläuse rascher als die meisten anderen Nützlinge. Es wurde zudem beobachtet, dass diese neue Marienkäferart Blattlausarten vertilgt, die ursprüngliche Arten verschmähen. Bei geringerem Nahrungsangebot reguliert sich die Population schnell. Die Käfer fressen ihre Artgenossen oder ernähren sich übergangsweise von Pflanzlichem. Noch mehr Blattlauspolizisten Die Larven der Gallmücken und der Schwebfliegen sind eher unscheinbar. Gallmückenlarven sind orangefarbene Würmchen. Sie saugen die Blattläuse aus. Schwebfliegen sind neben den Bienen wichtige Bestäuber von Blütenpflanzen. Locken Sie die Schwebfliegen mit Blumenrabatten gezielt in den Garten. So finden die nützlichen Zweiflügler den Weg schneller in die Blattlauskolonien. Dort legen sie ihre Eier ab, aus denen sich hell- bis mittelbraune Maden" entwickeln, die wie die Gallmückenlarven die Blattläuse aussaugen. Aufgeblähte Blattläuse sind ein sicheres Zeichen für die Parasitierung durch Schlupfwespen. Diese kleinen Hautflügler stechen mit ihrem Hinterleib Blattläuse an und legen ihre Eier direkt in den Leib der Blattläuse. Dort entwickeln sich die Larven, während die Blattlaus zu Grunde geht. Auch manche Spinnen, Wanzen, Ohrwürmer und andere Tiere ernähren sich von Blattläusen.
Zahlreiche Thymianverluste nach dem strengen Winter
Die Pflanzenexperten der Bayerischen Gartenakademie teilen in ihrem Gartentipp mit, das neben anderen mediterranen Pflanzen vor allem Thymianpflanzen den letzten relativ harten Winter nicht überlebten und daher nachgepflanzt werden müssen. Was war der Grund für die extremen Ausfälle? Der letzte Winter war anhaltend und fast drei Monate lang herrschte durchgehend Bodenfrost. Thymian ist immergrün und, wie bei anderen Immergrünen auch, verdunsten die Blätter im Winter weiterhin Wasser. Aber aus dem gefrorenen Boden konnte kein Wasser aufgenommen werden. Die Pflanzen sind also wie andere Immergrüne auch vertrocknet. Andere Pflanzen wiederum standen einige Wochen im Wasser. Bis in 50 cm Tiefe herrschte Bodenfrost. Die großen Regenmengen im Frühjahr konnten nicht einsickern oder abfließen. In diesem Milieu aus gefrorenem und nassem Boden herrschte Luftmangel. Die Wurzeln starben ab und somit die ganze Pflanze. Schon bei der Pflanzung an den Winterschutz denken Thymian hat seine Heimat im Mittelmeerraum. Das bedeutet, dass er sich in der Sommersonne und bei milden Wintertemperaturen wohl fühlt. Wählen Sie einen Standort, der möglichst ganztägig von der Sonne verwöhnt wird. Ein durchlässiger, tiefgründiger und humoser Boden ist ideal. Vor der Pflanzung sollten Sie lehmigen Boden lockern und abmagern. Dazu geben Sie Kies und Sand in das Pflanzloch und mischen gekauftes, humoses Substrat unter die Gartenerde. Das oberste Gebot ist, Wasser sollte gut abfließen können, damit die Wurzeln nicht faulen. Düngen Sie nur sparsam. 50 g Hornmehl pro m² im Frühjahr ist ausreichend. Sortenwahl Bei der Auswahl der Thymian-sorten spielt sicher der Geschmack die entscheidende Rolle. Allerdings ist die Winterhärte einiger Sorten unterschiedlich. Der deutsche Thymian gilt als robust. Manche Sorten von Zitronenthymian und Französischem Thymian überstehen nur milde Winter im Freien. Winterschutz Im Winter sollten Sie bei anhaltendem Dauerfrost die immergrünen Thymianpflanzen vor der Wintersonne schützen. Ein lockeres Einpacken mit Fichtenzweigen ist meist ausreichend.
Zierlauch - das trendige Gartengewächs muss jetzt gepflanzt werden
Viele Hobbygärtner haben eine Schwäche für den anmutigen Zier- und Gartenlauch (Allium ssp.), der durch die Verwendung in Pflanzungen von Gartenschauen zunehmend an Popularität gewonnen hat. Je nach Sorte und Art blühen die Überlebenskünstler von Mai bis Juli. Doch wer sich im nächsten Frühsommer an ihnen erfreuenwill, sollte im September die Zwiebeln in den Garten pflanzen. Die meisten Gartenfreunde sind fasziniert von den riesigen Blütenbällen, die die Sommerzeit einleiten. Ein einzelnes Exemplar kommt kaum zur Geltung.
Doch in größeren Gruppen zieht der Zierlauch schon von weit her die Blicke auf sich. Die meist blau bis lila gefärbten Kugeln passen gut zwischen Stauden, die im Frühsommer blühen. Farbliche Spannung ins Blumenbeet bringt die Kombination zu orangeroter Schafgarbe. Mit weiß blühenden Stauden wirken die Blumenkugeln besonders edel. Kaum zu glauben, dass diese schönen, imposanten Gartenpflanzen alle mit dem Gemüselauch oder dem Schnittlauch verwandt sind. Auch unter den Floristen wird der Blumenlauch als hervorragende Schnittblume immer beliebter.
Besonders große Blütenkugeln mit bis zu 20 cm Durchmesser besitzt die Allium- Hybride ´Globemaster´. Die feingliedrige Blüte des Sternkugellauchs (A. christophii) ist fast genauso groß und duftet sogar. Beide sowie auch der gelbe Schwefellauch (A. flavum) und der Fliederlauch (A. pulchellum) vertragen trockene Standorte. Der Blauzungenlauch (A. karataviense) ist mit seinen 20 cm Höhe eine der kleinsten Zierlaucharten. Er ist eine ideale Pflanze für den außergewöhnlichen Steingarten. Besonders elegant ist die Allium-Hybride ´Mount Everest´ mit weißen Blütenbällen. Die Auswahl an schönen Sorten wird immer größer.
Die Zwiebeln des Blumenlauchs werden im Herbst gepflanzt. Ein sonniger bis halbschattiger Standort in einem normalen, eher kalkhaltigen und durchlässigen Gartenboden ist dem Allium recht. Nur wenige gedeihen im feuchten Schatten. Das Pflanzloch sollte doppelt so tief ausgehoben wie der Durchmesser der Zwiebel selbst ist und die Erde darunter gelockert werden. Zierlauch verträgt nämlich keine Staunässe. Bei sehr lehmigen Böden bereiten Sie den Zwiebeln eine Dränage aus Schotter und Kies. Verzichten Sie auf eine Düngung mit Mist oder mineralischen Volldüngern.
Der Pflanzabstand beträgt 20 bis 50 cm. Der Blumenlauch passt sehr gut in gemischte Staudenbeete. Setzten Sie die Zwiebeln nicht in die vorderste Reihe, sondern eher in den Hintergrund oder direkt zwischen Stauden, die füllendes Laub haben, wie Frauenmantel und Heuchera. So verdecken diese das oft schon während der Blüte unschöne Laub. Das Laub des Zierlauchs sollte solange an der Pflanze bleiben, bis es ganz vergilbt ist. So werden die Nährstoffe des Blattwerks in die Zwiebel eingelagert und Kraft für eine neue Blüte im nächsten Jahr gesammelt. Obwohl diese Zwiebelgewächse gut winterhart sind, ist es doch bei einigen Sorten ratsam, die Pflanzstelle mit Kompost, Mulch oder Laub abzudecken. Nach der Blüte können die Samenstände belassen werden. Die verbräunten Kugeln sehen auch in diesem Stadium noch attraktiv aus. Zudem sorgen die heranreifenden Samen für viel Alliumnachwuchs. Allium ist ein Kaltkeimer. Das heißt, dass die jungen Pflänzchen erst nach dem Einfluss von tiefen Temperaturen im Frühjahr erscheinen.
Noch ein Vorzug: Blumenlauch wird sehr selten von Wühlmäusen gefressen aber gern von vielen nektarsuchenden Insekten besucht.
Obst und Gartenbauberatung, Landespflege Fachberater Hr. Klement Tel: 0717132-350 Fax: 0717132-111 E-Mail: franz-josef.klement@ostalbkreis.de
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